Herbst. Gedanken. Herbstgefühle.

Herbst. Gedanken.
Herbstgefühle.

September 2018

An diesem Sonntag im Herbst sitze ich hier, lausche dem leichten Regen in meiner Dachwohnung und schreibe diese Zeilen um ein paar Gedanken loszuwerden, die mich begleiten. Dazu gibt es ein wenig Tee. Abgesehen vom Regen und dem Ticken einer Uhr ist es absolut still.

Vor zwei Tagen war Herbstanfang. Nun werden die Tage wieder kürzer und das Wetter kühler. Viele fangen sicherlich an dem Sommer wehmütig an sich für die nächsten Monate vom Sommer zu verabschieden. Andere – zu denen gehöre ich – umarmen diese neue Zeit.

Es gibt eine Stille des Herbstes bis in die Farben hinein.

Hugo von Hofmannsthal

 Ich liebe das Gefühl der ersten kühlen Tage in Abwechslung mit den letzten lauwarmen und bunten Tagen. Leichter Regen, bunte Blätter. Es zeigt wie vergänglich das Leben ist. Es zeigt wie schnell doch die Zeit vergeht.

Heute bin ich eine kleine Runde im leichten Regen gegangen, habe den Schirm geschlossen und die sanften Tropfen gespürt. Für mich begleitet der Herbst immer eine leichte aber sehr angenehme Melancholie. Ich beginne oft wieder in mich zu gehen und das Jahr zu vergegenwärtigen. Das geschieht ein wenig bei jeder neuen Jahreszeit, aber beim Herbst fällt es mir ganz besonders auf, vielleicht weil ich ihn so gerne mag. Vielleicht kennt das ja sogar manch einer von euch?

Gerade in diesem Jahr ist unheimlich viel passiert in meinem Leben. Besonders in den letzten 6 Monaten. Schmerzliches, sowie wundervolles. Ich war eine ganze Zeit lang sehr unglücklich, doch habe ich das immer wieder aufgeschoben, ja regelrecht verdrängt und so getan als wäre eigentlich alles einfach und super. Wieso ich das gemacht habe? Wahrscheinlich aus Bequemlichkeit. Akzeptanz. Ich habe eine Situation toleriert – ja mir sogar schön geredet – obwohl ich im Innersten genau wusste, dass mir das alles nicht gut tut und mich in meiner kleinen Komfortzone aufgehalten. 

Leben bedeutet Wandel.

So etwas zu verdrängen ist einfach – man hat ja auch viel zu tun, denn heutzutage ist jeder andauernd im Stress. Man hat keine Zeit. Man ist “busy”. 
Auch ich habe mich durgehend beschäftigt gehalten. Bin den Dingen aus dem Weg gegangen. Nur um nicht darüber nachdenken zu müssen was mein nächster Schritt sein sollte. Den wusste ich ja bereits, aber habe mich nicht getraut ihn zu machen.

Teekanne & Herbst ♥

Normal bin ich so ein Mensch nicht. War ich nie und wollte ich nie sein.  Normal bin ich lebensfroh, abenteuerlustig, kindisch und das Wichtigste für mich war immer nie stehen zu bleiben. Mich zu entwickeln, zu entfalten. Das gab es nicht mehr. Ich war traurig, hab weder oft gesungen noch gelacht. Jeder hat das gesehen, nur ich selbst habe die Augen davor verschlossen.

Dementsprechend kann ich zu diesem jetzigen Zeitpunkt sagen, dass sich in diesem Jahr viel getan und entwickelt hat. Ich habe meine Komfortzone verlassen und mich selbst wieder gefunden. Bin gerade auch noch dabei mich selbst zu stabilisieren, aber ich denke auf einem guten Weg. Ich kann sagen ich bin im Moment glücklich, wenn nicht sogar zufrieden. Dinge entwickeln sich neu und auch ich bin nicht mehr im Stillstand. 


Wandlung ist notwendig wie die Erneuerung der Blätter im Frühling.

Vincent van Gogh

Dieses Zitat hat mich schon immer berührt. Veränderung ist gut. Sie hilft uns zu wachsen. Sie hilft uns stärker zu werden. Sie hilft uns los zu lassen und in die Zukunft zu blicken.

Natürlich, all das sagt sich leicht. Wenn man Ratschläge hört, dann denkt man immer: “Du meinst es zwar gut, aber so einfach ist das nicht.” 
Das ist auch vollkommen richtig. Veränderung ist nicht leicht. Loslassen ist nicht leicht. Vieles, ja wirklich vieles ist nicht leicht. Aber notwendig. Notwendig um voran zu kommen. Notwendig um das Leben zu schätzen. Das ist was ich für mich selbst in der letzten Zeit erneut gelernt habe und ich bin froh darüber meine Komfortzone verlassen zu haben. Froh darüber, dass ich wieder ehrlich lachen kann.

Das Ding mit der Unsicherheit.


Until you cross the bridge of your insecurities you can’t begin to explore your possibilities.

Tim Fargo

Jeder von uns ist nur ein Mensch und ab und an mal unsicher oder hat Angst. Einige bauen deshalb dicke Mauern um sich herum auf. Manche mehr, manche weniger. Mir passiert das auch. In letzter Zeit bin ich sogar sehr häufig unsicher. Bin ich liebenswert? Bin ich genug? Meistens denke ich darüber gar nicht so nach, das passiert oft unbewusst. Bei mir zeigt sich das meist in besonders viel Reden (mehr als sowieso schon) und lauter sein als ich es eh schon bin. Es ist eine unbewusste Fassade, die mich davor schützt, dass andere sehen können wie verletzlich ich eigentlich bin.

Solche Dinge machen viele von uns – bewusst sowie unbewusst.
Vielleicht hat jemand von euch das bei sich auch schon bemerkt? Womöglich kann der/die ein oder andere so etwas sogar nachempfinden und weiß was ich meine. Wir sind schließlich alle nur menschlich mit all unseren Ecken und Kanten.

Der Weg zu dem Menschen, der ich heute geworden bin war nicht einfach. Aber ich bin froh ihn genau so erlebt zu haben. 

Tim Fargo Zitat

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