Eine Brise Wind, die über meine Haut weht. Der kleine Bach, welcher in kurzer Distanz am Wald vorbeiplätschert. Zwei Eichhörnchen jagen sich den Baum entlang. Der Duft von Moos und frischer, sauberer Luft. Es tut gut hier zu sein, hier zu sitzen. Um mich herum singen die Vögel ihre Frühlingslieder und die noch kühle Luft ist ruhig. Alles ist so sanft und friedlich. Beruhigend. Belebend.

„I went to the woods because I wished to live deliberately, to front only the essential facts of life, and see if I could not learn what it had to teach, and not, when I came to die, discover that I had not lived.“ Henry David Thoreau

Dieses Zitat kommt mir in den Sinn. Leben. Einfach und essenziell. Nichts unnötiges, kein Lärm, kein Luxus. Oder doch Luxus? Wann ist es schon einmal so ruhig, so friedlich? Wann kann man schon einmal alles ablegen, völlig frei sein, wenn nicht hier in der Natur – allein. Etwas für die Seele tun. Nicht vor den Bildschirmen sitzen. Unpersönlichkeit und Einsamkeit fördern. Wieso tun wir uns das an? Ja, es macht schon Spaß – aber ist das wirklich Leben? Manchmal vergisst man da das essenzielle. Das macht mich nachdenklich.

Heute war einer dieser Tage an denen ich mich fürchterlich fühlte. Ich fühlte mich wieder nutzlos, antriebslos, einsam, ungeliebt und auch etwas wertlos. Warum? Keine Ahnung. Ich habe Freunde, die mich lieben. Familie. Doch manchmal ist das einfach so. Süße und bittere Gefühle zugleich. Verwirrend. Angenehm und doch unangenehm. Traurigkeit und doch eher schöne Melancholie.  Zeit sich zu sammeln, sich zu finden und zu sich zu kommen. Gefühle sortieren. Gefühle – eines der größten Güter dieser Welt.

Doch wovon ich eine Ahnung habe – immer wenn es sich anfühlt als sei alles unsinnig gehe ich hinaus. Hinaus auf das Feld, zum See, einfach nur irgendwo spazieren oder wie heute – in den Wald. Sammle mich und finde irgendwie zurück zu mir. Zu dem was ich fühle, was ich empfinde und ordne meine Gefühle. Einfach das tun, was einem gut tut und nicht – wie ich es gerne tue – einfach unmotiviert herumliegen und die Gefühle in sich verdrängen. Nein, damit ist Schluss!

Ich habe mir weiterhin auch schon viele Gedanken gemacht wo ich denn hin möchte. Was ich denn mit meinem Beruf, meiner Begabung oder wie auch immer man es nennen will erreichen will. Wo soll es hingehen, wenn das Studium vorbei ist? Weiter studieren? Arbeiten? Keine Ahnung. Doch ein Satz in meiner Lieblingsserie hat mich heute tief berührt. Es ging darum, dass ein Mädchen gefragt wird wohin es denn einmal mit seiner Musikerkarriere möchte. Ihre Antwort war wundervoll.

„Ich möchte den Menschen gerne helfen. Ich möchte gerne Musik machen für das Mädchen und den Jungen, die einfach nicht mehr wissen wie es weiter geht. Es geht mir nicht ums berühmt sein, und auch nichts ums Geld.

Es geht um dieses Mädchen, dass einen fürchterlichen Tag gehabt hat und dann hört sie diesen Song und für fünf Minuten hat sie wieder Hoffnung. Für diese fünf Minuten ist die Welt für sie nicht mehr so furchterregend wie sie eben noch war.

Du hast gefragt wo ich hin will? Dahin, dann hätte ich für mich alles erreicht.“

Ich glaube so in etwa geht es mir. Irgendwas bewirken zu wollen. Auch wenn ein Mensch sich durch meine Fotos, mein Schreiben oder meine Arbeiten im Allgemeinen auch nur für wenige Minuten wieder gut fühlt. Hoffnung tankt. Ein einziger Mensch berührt ist. Das genügt.

Alles andere kommt von selbst. Da bin ich mir sicher.

Da mir kreative Ablenkung gut tut, ist während meines kleinen Ausfluges heute auch eine Selbstportrait Reihe zu diesem Thema entstanden. Diese ist im Porfiolio 🙂

 

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